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"Even if this instrument had only one pickup it would still be extremely flexible. The six distinct single coil voices plus two humbucker tones make it maddeningly hard to put down"
- Marcus Leadley The Guitar Magazine 2001 -
reviewing G1 Baritone

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G3 Four Review

Innovative Extravaganz


G3 Four Source: Fachblatt Soundcheck
Date: 01 January 2001
Reviewer: Ray Finkenberger-Lewin

Die Edel-Kompositionen des britischen Herstellers GUS gehoren zum absolut Spektakularsten, was die Bass-schmiede-Zunft derzeit zu bieten hat. Das G3-Model sieht nicht nur rattenscharf aus, es spielt sich auch gediegen und klingt klasse.

Da glaubt man, man hätte im Laufe der Jahre nun wirklich alles an ausgefallenen, besonders exklusiven Instrumenten-Kreationen zu Gesicht bekommen, und mit einem Mal steht man da und glaubt, seinen Augen nicht zu trauen. So erging es mir, als ich die Modelle des englischen Herstellers GUS entdeckte mit ihrem extrem außergewöhnlichen und dennoch homogenen Design. Ebenso speziell wie der Look dieser Exoten zeigt sich bei eingehender Betrachtung auch die materielle Beschaffenheit der GUS-Instrumente. Die geschwungen asymmetrisch gestaltete Korpusform des G3 ist ein komplexes Zusammenspiel aus hochwertigem Zedernholz für den Kern, welcher von einer widerstandsfähigen Carbonfiber-Ummantelung überzogen ist. Der Grund für diese eigenwillige Verschmelzung scheint naheliegend: Zum einen verfügt der GUS somit über die klangprägenden Vorraussetzungen eines geeigneten Klangholzes, macht sich jedoch darüber hinaus die enorme Widerstandsfähigkeit, Ausgewogenheit und Stimmstabilität des Kunstmaterials Carbonfiber positiv zunutze.

Die seitlich herausragenden Ausläufer des G3 sind überdies mit optisch markanten Chromhülsen verkleidet und erinnern etwas an die Eleganz eines klassischen Automobils. Auch die Neck-thru-body-Konstruktion des Halses entspricht in ihrer Materialzusammensetzung der des Unterbaus und endet in einer geschmackvoll gestalteten Kopfplatte, deren Formgebung ein wenig an die der legendären Tele-Bässe des Leo F. erinnert. Darauf prangt stolz, ähnlich wie bei einer sportlichen Nobelkarosse, das markante Herstellersiegel. Das Griffbrett ist aus feinstem Cocobolo-Material, einem tropischen Holz wie man es u. a. in südamerikanischen Klimazonen findet. Darin sind 24 blitzblank polierte Jumbo-Bünde, sauber und ordentlich abgericht, eingearbeitet. Kunstvoll moderne halbovale Griffbretteinlagen, wie man sie ähnlich von Billy Sheehans Yamaha Ltd. Bassmodell kennt, dienen als Orientierungspunkte. Auch bei der Hardware kommen nur die hochwertigsten Produkte zum Einsatz. So besitzt der G3 super-leichtgängige Hipshot- Smooth-Touch -Ultralite-Mechaniken. Ein wartungsfreier Carbon-Sattel sorgt für problemlosen Saitenverlauf.

Fur die Bridge hat GUS-Oberhaupt Simon Farmer ein spezielles System entwickelt, welches sich stark am Grundgedanken des bekannten US-made Two-Tech-Models orientiert. Auch hier verfügt die Brücke über einen massiven metallenen Sustain-Block, der felsenfest im Korpusinneren versenkt ist. Die Saiten werden dabei über die Rückseite eingefädelt und arretieren mit ihrem Ball-End im Unterbau der Bridge. Die Reiterchen sind aus eloxiertem leichtmetall gefertigt und besitzen in ihrem Saitendurchlauf, ähnlich einem Kugellager, eine seperate, freillegende Bronzeauflage. Auf diese Weise wird ein völlig unbeeinflusstes und freies Schwingen der Saiten gewährleistet.

Die Tonabnehmer des GUS sind ebenfalls custom made. Dabei handelt es sich um passive, handgewickelte Pickups im Lipstick-Style, die speziell von Kent Armstrong hierfür angefertigt werden. Diese lassen sich über auf der Korpusrückseite gelegene Einstellschrauben in Höhe und Neigungswinkel entsprechend justieren. Drei ebenfalls spezialgefertigte Bedienelemente regeln die passive Elektronik des G3 mit Potis für Lautstärke, Höhenblende sowie die gewünschte Schaltung der Tonabnehmer. Hierbei lassen sich jeweils zwei Humbucker- und zwei Single-Coil-Sounds abrufen.

Das unter einer runden Mini-Blende gelegene Elektronikfach gibt nur sehr beschränkten Einblick auf die Verdrahtung der Komponenten, was aufgrund des passiven Antriebs auch nicht zwingend vonnöten scheint. Eine weitere längliche Kunstoffabdeckung verdeckt den Zugang zu den Einstellschrauben der Saitenschlitten. Diese werden mittels Kontermuttern in der gewünschten Position arretiert und verschwinden sodann wieder unter der Blende, die den Mechanismus zudem vor Feuchtigkleit und unnötiger Verschmutzung schützt. Besonders auffällig ist auch die Klinkenbuchse, welche ähnlich einem Tankeinfüllstutzen am unteren Korpusende eingelassen ist. Der GUS G3 ist serienmäßig mit Strap Locks ausgerüstet und besitzt mit knappen 3.8 Kilo einen allemal akzeptablen Gewichtswert, der dem Bassisten keinerlei übermäßige Belastung aufbürdet.

Dank seiner geschwungenen Korpusform schmiegt sich das Instrument dezent an und vermittelt so ein angenehm intensives Spielgefühl. Auch die Bespielbarkeit des Halses gestaltet sich erfreulich unaufwendig. Die hochglanlpolierte Carbonfiber-Legierung lässt die Greifhand mühelos über das Halsprofil gleiten. Eigens für uneingeschränktes Slap-Spiel besitzt der GUS unterhalb des Griffbrettansatzes eine dezente Ausparung in der Korpusoberfläche, sodass den Fingern beim Anreissen der Saiten mehr Spielraum zur Verfügung steht. Die tiefgeschnittenen Cutaways ermöglichen ungehindertes Lagenspiel bis ganz hinauf zum letzten Bund.

Trotz der Lipsticks ist der GUS keineswegs nur im Rock 'n' Roll zu Hause. Vielmehr deckt er dank seiner flexiblen Schaltung ein sehr breites Spektrum an Bassklängen ab. Ob nun twängige" Phase-Revrse-Anleihen, knurrige Single-Coil-Sounds oder pfundiges Humbucker-Volumen, stets hat der G3 die richtige Antwort parat. Die Qualität der reproduzierten Sounds entspricht dabei allerhöchster Güte. Klar definierte Tiefen, ein weitreichendes Mittenspektrum sowie ein silbrig crisper Obertonbereich zeichnen sein Klangverhalten aus. Zudem verfügt das Instrument über eine hervorragende Ansprache gepaart mit einer exzellenten Ausgewogenheit. Ob nun mit dem Plektrum, filigranem Pizzicato oder mit knakkigen Slap-Einlagen: Der GUS offenbart eine Spiellaune die ihn auch in musikalischer Hinsicht zu einem absoluten Spitzeninstrument macht. Es gibt viele hervorragend gefertigte Instrumente, doch nur sehr wenige davon überzeugen mit identischer Klanggüte wie der GUS G3.

FAZIT
Der GUS G3 Four ist ein wirklich besonderes Instrument mit einer gehörigen Portion Extravaganz. Wer es sich leisten kann. bekommt mit diesem Bass ein Instrument. das sich selbst noch aus dem Angebot der absoluten Edel-Saiter-Marken deutlich hervorhebt. ln jeder Beziehung ein außergewöhnlich tolles Instrument. Und das hat natürlich auch seinen Preis.

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